Der Innenausbau entscheidet darüber, wie ein Haus oder eine Wohnung sich später anfühlt: Wo Steckdosen sitzen, wie ruhig die Räume sind, wie die Wände aussehen und wie gut alles zusammenpasst. Gleichzeitig ist er der Teil eines Bau- oder Sanierungsprojekts, an dem die meisten Gewerke beteiligt sind – und an dem sich Kosten und Zeitplan am leichtesten verschieben. In diesem Überblick erklären wir, was zum Innenausbau gehört, wie er sich vom Rohbau abgrenzt, worin sich Neubau und Bestand unterscheiden, mit welchen Kosten und welchem Zeitbedarf Sie rechnen sollten und welche Eigenleistungen sinnvoll sind. Grundlage ist die Praxis unseres Verbunds aus Meisterbetrieben in Velbert, der Innenausbau mit Maler, Trockenbau, Elektro, Smart Home und IT aus einer Hand umsetzt.
Rohbau und Innenausbau: wo die Grenze verläuft
Der Rohbau umfasst die tragende Konstruktion: Fundamente, Bodenplatte oder Keller, Außen- und tragende Innenwände, Decken, Treppenläufe aus Beton und den Dachstuhl. Danach folgt meist die Phase, in der das Gebäude wetterdicht gemacht wird – Dacheindeckung, Fenster und Außentüren. Erst wenn es innen trocken bleibt, beginnt der eigentliche Innenausbau.
In der Kostengliederung nach DIN 276 gibt es übrigens keinen eigenen Posten „Innenausbau“. Die Arbeiten verteilen sich auf die Baukonstruktion (Kostengruppe 300, etwa Innenwände, Decken- und Bodenbeläge) und die technischen Anlagen (Kostengruppe 400, etwa Elektro, Sanitär, Heizung). Für Bauherren ist das vor allem beim Vergleich von Angeboten wichtig: Prüfen Sie genau, was in einem Pauschalpreis für den „Ausbau“ enthalten ist.
Was zum Innenausbau gehört
Zum Innenausbau zählen alle Gewerke, die aus dem Rohbau bewohnbare Räume machen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten:
| Gewerk | Typische Leistungen |
|---|---|
| Elektro | Unterverteilung, Leitungen, Dosen, Schalter, Beleuchtungsauslässe, Rauchwarnmelder, ggf. KNX |
| Netzwerk und IT | Leerrohre, LAN-Verkabelung, Netzwerkschrank, Access Points |
| Sanitär und Heizung | Rohinstallation Wasser und Abwasser, Heizungsverteilung, Fußbodenheizung oder Heizkörper |
| Trockenbau | nichttragende Wände, Vorsatzschalen, abgehängte Decken, Dachschrägen, Schallschutz |
| Innenputz | Gips-, Kalk- oder Lehmputz auf Massivwänden |
| Estrich | Zement- oder Calciumsulfatestrich, oft mit Trittschalldämmung und Fußbodenheizung |
| Fliesen und Bad | Abdichtung, Fliesen oder fugenlose Oberflächen, Sanitärobjekte |
| Maler | Spachteln, Grundieren, Tapezieren, Streichen, Lackieren |
| Böden | Parkett, Vinyl, Laminat, Fliesen, Sockelleisten |
| Türen und Treppen | Innentüren mit Zargen, Treppenbelag oder Holztreppe, Geländer |
Nicht jedes Projekt braucht alle Gewerke. Eine Wohnungssanierung ohne Grundrissänderung kommt vielleicht ohne Estrich und mit wenig Trockenbau aus, ein Dachgeschossausbau dagegen besteht zu einem großen Teil aus Trockenbau. In welcher Reihenfolge die Gewerke ablaufen und warum diese Reihenfolge so wichtig ist, beschreiben wir ausführlich im Artikel Innenausbau: die richtige Reihenfolge der Gewerke.
Innenausbau im Neubau und im Bestand
Neubau
Im Neubau beginnt der Innenausbau auf einem sauberen Stand: Alle Wände sind neu, Leitungswege lassen sich frei planen, und die Normen gelten von Anfang an vollständig. Für die Elektroinstallation ist etwa die DIN 18015 maßgeblich, die Planung und Mindestausstattung in Wohngebäuden beschreibt. Der größte Vorteil: Leerrohre, Netzwerk und Smart-Home-Vorbereitung kosten in dieser Phase vergleichsweise wenig. Die größte Herausforderung sind die Trocknungszeiten, denn Putz und Estrich bringen viel Feuchtigkeit in den Neubau.
Bestand
Im Bestand beginnt der Innenausbau meist mit dem Rückbau: alte Beläge, Leitungen, Tapeten und manchmal Wände kommen heraus. Dabei zeigen sich häufig Überraschungen – marode Leitungen, unebene Decken, feuchte Stellen oder Schadstoffe in alten Klebern. Leitungen müssen in vorhandene Wände geschlitzt oder in Vorsatzschalen geführt werden, und oft ist das Gebäude währenddessen teilweise bewohnt. Ein realistischer Puffer im Budget und im Zeitplan ist im Bestand deshalb Pflicht. Was eine vollständige Sanierung je Gewerk kostet, zeigt unser Artikel Was kostet eine Komplettsanierung?.
Was der Innenausbau kostet
Die Kosten hängen stark von Umfang, Ausstattung und Zustand des Gebäudes ab. Die folgenden Spannen sind grobe Richtwerte pro Quadratmeter Wohnfläche für NRW, Stand 2026, inkl. MwSt. Sie umfassen die typischen Ausbaugewerke von Elektro über Sanitärinstallation, Bad, Trockenbau und Maler bis zu Böden und Innentüren – ohne Küche, ohne Wärmeerzeuger wie Wärmepumpe oder Kessel, ohne Außenanlagen.
| Ausstattung | Merkmale | Richtwert pro m² Wohnfläche |
|---|---|---|
| Einfach | Standardschalter, Raufaser oder einfache Spachtelung, Laminat oder Vinyl, ein einfaches Bad | ca. 500–800 € |
| Mittel | Mehr Steckdosen und Netzwerk, Q3-Spachtelung, Parkett in Wohnräumen, Bad mit bodengleicher Dusche | ca. 800–1.300 € |
| Gehoben | KNX oder Smart Home, Q4-Oberflächen, Sonderoberflächen, hochwertige Türen und Bäder, Designböden | ab ca. 1.300 € |
Im Bestand liegen die Werte durch Rückbau, Untergrundvorbereitung und Überraschungen eher am oberen Rand der jeweiligen Spanne. Größte Preistreiber sind die Anzahl der Bäder, Grundrissänderungen, ein neuer Estrich und der Umfang der Elektro- und Smart-Home-Installation. Ein verbindliches Angebot entsteht erst nach einer Besichtigung und einer klaren Leistungsbeschreibung.
Wie lange der Innenausbau dauert
Der Zeitbedarf hängt weniger von der reinen Arbeitszeit ab als von Trocknungszeiten und der Abstimmung zwischen den Gewerken. Als grobe Orientierung:
- Wohnung im Bestand, 80 bis 100 m², mit neuer Elektrik, Bad, Maler und Böden: etwa acht bis vierzehn Wochen.
- Einfamilienhaus im Neubau: etwa drei bis sechs Monate vom Beginn der Installationen bis zur Übergabe.
- Einzelne Räume oder ein Dachgeschoss: je nach Umfang einige Wochen.
Den größten Zeitfaktor bildet der Estrich. Er muss vor dem Verlegen von Bodenbelägen ausreichend getrocknet sein, bei Fußbodenheizung wird er zusätzlich nach Protokoll belegreif geheizt. Auch Innenputz braucht Zeit zum Trocknen, bevor der Maler starten kann. Wer hier drängt, riskiert Risse, Schimmel oder Schäden am Bodenbelag.
Eigenleistung: was sinnvoll ist und was nicht
Eigenleistung kann Kosten senken – wenn sie zur richtigen Zeit kommt und nicht den Ablauf der Profis blockiert. Gut geeignet sind:
- Rückbau von Tapeten, Teppich und alten Belägen, nach Absprache auch von nichttragenden Einbauten.
- Malerarbeiten wie Grundieren, Tapezieren und Streichen, sofern die Untergründe fachgerecht vorbereitet sind.
- Einfache Bodenbeläge wie Klickvinyl oder Laminat auf geeignetem Untergrund.
- Endmontage von Möbeln, Gardinenschienen und Ähnlichem – Leuchten schließt die Elektrofachkraft an.
Nicht in Eigenleistung gehören:
- Elektroinstallation an der festen Anlage – das ist Sache der Elektrofachkraft, aus Sicherheitsgründen und wegen der Prüfung und Dokumentation.
- Trinkwasser- und Gasinstallation, die nur durch eingetragene Fachbetriebe ausgeführt werden darf.
- Abdichtung im Bad, denn Fehler zeigen sich oft erst Jahre später als teurer Wasserschaden.
- Estrich, weil Höhen, Dämmung und Trocknung exakt stimmen müssen.
Koordination aus einer Hand
Je mehr Gewerke beteiligt sind, desto wichtiger wird die Koordination. Der Elektriker muss fertig sein, bevor der Trockenbauer die Wände schließt, der Estrich muss trocken sein, bevor der Bodenleger kommt, und der Maler braucht saubere, fertig gespachtelte Flächen. Fehlt jemand, der den Überblick hat, entstehen Leerlauf, Nacharbeiten und Streit über Zuständigkeiten.
Im Verbund RaumFaktum Rheinland arbeiten Maler, Trockenbau, Elektro, Smart Home und IT eng zusammen und stimmen sich direkt ab. Für weitere Gewerke wie Sanitär, Estrich oder Fliesen koordinieren wir mit eingespielten Partnern. Auf Wunsch übernehmen wir die Planung und Baubegleitung mit Zeitplan, Leistungsbeschreibung und einem festen Ansprechpartner für das gesamte Projekt.
Fazit
Der Innenausbau macht aus einem Rohbau oder einem entkernten Bestand ein Zuhause – und ist zugleich der Bauabschnitt mit den meisten Beteiligten. Wer weiß, welche Gewerke dazugehören, realistisch mit Kosten pro Quadratmeter und Trocknungszeiten plant und Eigenleistung gezielt einsetzt, vermeidet die typischen Verzögerungen und Mehrkosten. Ob Wohnung, Dachgeschoss oder Einfamilienhaus: In Velbert, im Kreis Mettmann, in Essen, Wuppertal und Düsseldorf begleiten wir Ihren Innenausbau gern von der Planung bis zur Übergabe.