Im Dunkeln den Lichtschalter suchen, mit vollen Händen die Treppe hinunter, nachts vom Licht geblendet: Flur und Treppe sind die Orte, an denen automatisches Licht im Alltag den größten Unterschied macht. Ein Flur- und Treppenlicht mit Präsenzmelder sorgt dafür, dass das Licht da ist, wenn es gebraucht wird, und wieder ausgeht, wenn niemand mehr da ist. Hier erklären wir, wie das funktioniert, worauf es bei der Planung ankommt und welche Lösungen für Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus passen – aus der Praxis von MyKonnex und unserem Elektromeisterbetrieb in Velbert.
Bewegungsmelder oder Präsenzmelder?
Die Begriffe werden oft vermischt, beschreiben aber unterschiedliche Geräte:
- Bewegungsmelder reagieren auf größere Bewegungen, etwa wenn jemand einen Raum betritt. Sie sind günstig und für Außenbereiche, Kellerflure oder Garagen gut geeignet.
- Präsenzmelder sind deutlich empfindlicher und erkennen auch kleine Bewegungen. Sie messen meist zusätzlich die Helligkeit und schalten nur, wenn es zu dunkel ist. Viele Modelle können das Licht auch dimmen.
Für Treppen und Flure im Haus sind Präsenzmelder in der Regel die bessere Wahl: Sie schalten zuverlässiger und lassen das Licht nicht ausgehen, während jemand auf der Treppe stehen bleibt.
Planung: Erfassungsbereich und Montage
Die richtige Position
Präsenzmelder werden meist an der Decke montiert. Entscheidend ist der Erfassungsbereich, den der Hersteller für eine bestimmte Montagehöhe angibt. Bei Treppen ist zu beachten, dass Personen sich schräg zum Melder bewegen und Treppenläufe oft verwinkelt sind. Bei mehrgeschossigen Treppenhäusern arbeiten deshalb häufig mehrere Melder zusammen – ein Hauptgerät und weitere Nebenmelder, die die Erfassung erweitern.
Typische Fehler
- Melder hinter Hindernissen: Leuchten, Unterzüge oder Treppenläufe können den Erfassungsbereich verdecken.
- Zu kurze Nachlaufzeit: Das Licht geht aus, während jemand noch auf der Treppe ist.
- Falsche Helligkeitsschwelle: Das Licht schaltet tagsüber unnötig ein oder abends zu spät.
- Fehlauslösung durch Haustiere oder Heizkörper: Hier helfen Melder mit einstellbarer Empfindlichkeit oder ausblendbaren Zonen.
Lösungen für das Einfamilienhaus
Im Einfamilienhaus gibt es drei typische Wege:
| Lösung | Geeignet für | Hinweis |
|---|---|---|
| Konventioneller Präsenzmelder | Einzelne Flure und Treppen | Direkt an der Leuchte oder am Schalter angeschlossen |
| Funklösung, z. B. Homematic IP | Nachrüstung im Bestand | Gut mit anderen Smart-Home-Funktionen kombinierbar |
| KNX-Präsenzmelder | Neubau und Sanierung | Steuert Licht, Heizung und Szenen gemeinsam |
Im Altbau lassen sich Präsenzmelder meist ohne große Eingriffe nachrüsten. Ein Überblick über weitere Möglichkeiten findet sich im Beitrag Smart Home im Altbau nachrüsten. Wer im Zuge dessen auch die Leuchten erneuert, sollte auf die Kompatibilität von LED und Dimmer achten – mehr dazu im Beitrag LED-Beleuchtung im Altbau modernisieren.
Mehr als Licht: KNX-Präsenzmelder
In einem KNX-System liefert der Präsenzmelder Informationen, die auch andere Funktionen nutzen können: Die Heizung kann in ungenutzten Räumen die Temperatur absenken, die Alarmanlage kann im abwesenden Zustand Bewegungen melden, und Szenen wie „Nacht“ dimmen das Flurlicht automatisch. Auch die Konstantlichtregelung ist möglich: Der Melder hält die Helligkeit konstant und reduziert das Kunstlicht, wenn Tageslicht einfällt.
Treppenhäuser im Mehrfamilienhaus
In Mehrfamilienhäusern ist das Treppenlicht oft noch über klassische Taster und einen Treppenlicht-Zeitschalter gesteuert. Das funktioniert, ist aber nicht immer komfortabel: Wer langsam geht oder Einkäufe trägt, steht plötzlich im Dunkeln. Präsenzmelder auf jedem Podest schalten das Licht genau dort, wo jemand unterwegs ist, und halten es an, solange sich jemand im Treppenhaus bewegt. Für Hausverwaltungen ist das eine sinnvolle Ergänzung bei der Renovierung des Treppenhauses. Was dabei sonst zu beachten ist, beschreibt der Beitrag Treppenhaus renovieren im Mehrfamilienhaus.
Einstellungen, die den Unterschied machen
Ein Präsenzmelder ist nur so gut wie seine Einstellung. Nach der Montage lohnt es sich, ein paar Tage zu beobachten und nachzujustieren. Die Nachlaufzeit sollte so lang sein, dass niemand im Dunkeln steht, aber nicht so lang, dass das Licht minutenlang unnötig brennt. Die Helligkeitsschwelle bestimmt, ab wann der Melder überhaupt schaltet – in einem Flur mit Fenster anders als in einem innenliegenden Treppenhaus. Sinnvoll ist außerdem ein Taster, mit dem sich das Licht bei Bedarf manuell dauerhaft einschalten lässt, etwa beim Putzen oder beim Tragen von Möbeln. Bei KNX- und Funklösungen lassen sich diese Werte bequem per Software anpassen, bei einfachen Meldern meist über Drehregler oder eine Fernbedienung.
Was kostet die Nachrüstung?
Als grober Richtwert: Ein einfacher Präsenzmelder liegt im Material meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich, KNX-Melder eher darüber. Hinzu kommt der Einbau durch den Elektriker. Bei Treppenhäusern mit mehreren Etagen, neuen Leuchten oder Orientierungslicht steigt der Aufwand entsprechend. Ein verbindliches Angebot entsteht nach einem Vor-Ort-Termin.
Fazit
Präsenzmelder machen Flur und Treppe komfortabler und sicherer: Das Licht ist da, wenn es gebraucht wird, nachts gedimmt, und es geht aus, wenn niemand mehr da ist. Entscheidend sind die richtige Position, sinnvolle Einstellungen und eine Leuchtentechnik, die dazu passt. Planung und Einbau übernehmen in unserem Verbund MyKonnex und unser Elektromeisterbetrieb – mehr zur Gebäudeautomation auf der Seite Smart Home.