Was kostet ein Elektriker? Diese Frage hören wir bei AJH-Elektro, unserem Elektromeisterbetrieb in Velbert, fast täglich – meist vor einem kleinen Auftrag wie einer zusätzlichen Steckdose oder einer neuen Deckenleuchte. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber eine ehrliche Einordnung: Die Rechnung setzt sich aus Arbeitszeit, Anfahrt und Material zusammen, und jeder dieser Posten folgt nachvollziehbaren Regeln. Hier erklären wir, mit welchen Stundensätzen Sie 2026 in NRW rechnen sollten, was Kleinaufträge typischerweise kosten, wie Sie Angebote fair vergleichen und wie Sie über § 35a EStG einen Teil der Kosten von der Steuer zurückholen.
Woraus sich die Rechnung zusammensetzt
Eine Elektrikerrechnung besteht in der Regel aus drei Bausteinen:
- Arbeitszeit: abgerechnet nach Stunden oder Viertelstunden, getrennt nach Geselle und Meister, wenn beide im Einsatz sind.
- Anfahrt: als Pauschale oder nach Fahrzeit und Kilometern.
- Material: Steckdosen, Schalter, Leitungen, Schutzschalter, Dosen – und das sogenannte Kleinmaterial wie Klemmen, Dübel, Schrauben und Kabelbinder.
Dazu kommen bei manchen Aufträgen Messung und Prüfprotokoll. Das ist kein Aufschlag aus Gewohnheit: Nach Arbeiten an der festen Installation muss die Elektrofachkraft prüfen, ob Schutzmaßnahmen wie Fehlerstromschutz und Schutzleiter wirksam sind. Ein Betrieb, der diesen Schritt weglässt, ist nicht günstiger, sondern unvollständig.
Stundensätze 2026 in NRW: netto und brutto
Der Stundenverrechnungssatz ist nicht der Lohn des Monteurs. Er deckt Lohn, Lohnnebenkosten, Ausbildung, Fahrzeuge, Messgeräte, Versicherungen, Büro und einen kalkulatorischen Gewinn. Deshalb liegt er deutlich über dem, was der Elektriker selbst verdient.
Als grobe Richtwerte für Elektrofachbetriebe in NRW, Stand 2026 – ausdrücklich keine Angebote:
| Position | netto | inkl. 19 % MwSt. |
|---|---|---|
| Gesellenstunde | ca. 60–75 € | ca. 71–89 € |
| Meisterstunde | ca. 70–90 € | ca. 83–107 € |
| Auszubildender (mit Begleitung) | ca. 30–45 € | ca. 36–54 € |
| Notdienst, Abend, Wochenende | Zuschläge von häufig 25–100 % | entsprechend |
Ob ein Betrieb netto oder brutto nennt, sollten Sie immer prüfen: Gewerbekunden rechnen netto, Privatkunden zahlen brutto. Ein Unterschied von knapp 20 % ist schnell übersehen, wenn man zwei Angebote nebeneinanderlegt. In Ballungsräumen wie Düsseldorf liegen die Sätze tendenziell am oberen Ende, im ländlicheren Umland etwas darunter – die Spanne innerhalb der Region ist aber größer als der Unterschied zwischen den Städten.
Anfahrt und Kleinmaterial
Die Anfahrt wird unterschiedlich abgerechnet. Verbreitet sind Pauschalen von grob 20 bis 60 Euro brutto innerhalb des Einsatzgebiets oder eine Abrechnung nach Fahrzeit und Kilometern. Bei Betrieben aus der Nähe ist die Anfahrt naturgemäß günstiger – ein Elektriker aus Velbert ist in Mettmann, Heiligenhaus oder Wülfrath in wenigen Minuten vor Ort, während ein Betrieb aus einer entfernten Stadt die Fahrzeit mitberechnen muss.
Kleinmaterial taucht oft als Pauschale oder als prozentualer Aufschlag auf. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein versteckter Posten, ist aber üblich: Niemand möchte zwölf Wago-Klemmen, vier Dübel und zwei Meter Leerrohr einzeln auf der Rechnung lesen. Wichtig ist nur, dass die Pauschale im Angebot steht und in einem vernünftigen Verhältnis zum Auftrag bleibt.
Typische Kleinaufträge mit Richtwerten
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte für Privatkunden in NRW, Stand 2026, inklusive MwSt., Anfahrt und üblichem Material. Sie setzen eine intakte, halbwegs moderne Installation voraus. Altbau, fehlender Schutzleiter, volle Verteilung oder aufwendige Leitungswege verändern das Bild deutlich – ein verbindlicher Preis entsteht erst nach Besichtigung.
| Auftrag | grober Richtwert inkl. MwSt. | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Steckdose tauschen | ca. 60–130 € | Dosenzustand, Anzahl, Schalterprogramm |
| Zusätzliche Steckdose setzen (Aufputz oder vorhandene Leitung) | ca. 100–250 € | Leitungsweg, Stemmarbeit, Anbindung |
| Deckenleuchte anschließen | ca. 60–150 € | Höhe, Gewicht, Montageart, Anzahl |
| Herd- oder Kochfeldanschluss an vorhandene Anschlussdose | ca. 80–200 € | Gerätetyp, Zustand der Anschlussdose |
| Neue Herdzuleitung inkl. Absicherung | ca. 300–700 € | Leitungslänge, Platz in der Verteilung |
| FI-Schutzschalter nachrüsten | ca. 250–700 € | Anzahl der Stromkreise, Zustand und Platz der Verteilung |
Gerade beim FI-Schutzschalter lohnt der Blick ins Detail: In einer modernen Verteilung mit freiem Platz ist das eine überschaubare Arbeit. In einer Altbau-Verteilung ohne Reserve kann daraus eine Modernisierung des Zählerschranks werden. Was dabei auf Sie zukommt, beschreiben wir im Beitrag FI-Schutzschalter nachrüsten im Altbau.
Pauschalpreis oder Abrechnung nach Aufwand?
Für klar umrissene Arbeiten – eine Steckdose tauschen, eine Leuchte montieren, einen Herd anschließen – nennen viele Betriebe einen Festpreis. Das gibt Ihnen Planungssicherheit, und der Betrieb trägt das Risiko, wenn es etwas länger dauert. Bei Arbeiten mit Unbekannten ist eine Abrechnung nach Aufwand dagegen fairer: Wer im Altbau eine Wand öffnet, weiß vorher nicht, ob dahinter eine saubere Leitung oder eine abenteuerliche Verlängerung aus den Siebzigern liegt. Ein Festpreis müsste dieses Risiko großzügig einpreisen – und Sie würden es in jedem Fall bezahlen.
Ein guter Kompromiss ist eine Aufwandsabrechnung mit einer realistischen Stundenschätzung im Angebot. Weicht der Aufwand absehbar deutlich davon ab, meldet sich der Betrieb, bevor er weiterarbeitet. So behalten Sie die Kontrolle über die Kosten, ohne für ein Worst-Case-Szenario zu zahlen, das vielleicht nie eintritt. Fragen Sie im Zweifel offen nach, wie ein Betrieb mit solchen Überraschungen umgeht.
Wie Sie Angebote fair vergleichen
Zwei Angebote mit unterschiedlicher Endsumme sind nur vergleichbar, wenn sie dasselbe enthalten. Achten Sie auf diese Punkte:
- Netto oder brutto? Rechnen Sie beide Angebote auf denselben Stand um.
- Leistungsumfang: Sind Stemm- und Verputzarbeiten, Entsorgung und das Schließen von Schlitzen enthalten – oder kommt danach noch ein Maler?
- Prüfung und Protokoll: Steht die Messung nach DIN VDE 0100-600 im Angebot? Bei Erweiterungen und Neuinstallationen gehört sie dazu.
- Material: Welches Schalterprogramm, welcher Hersteller? Ein Markenprogramm und eine No-Name-Steckdose sind nicht dasselbe.
- Abrechnungsart: Pauschalpreis oder Abrechnung nach Aufwand mit Stundenschätzung? Beides ist legitim, sollte aber klar benannt sein.
- Erreichbarkeit und Gewährleistung: Wer kommt, wenn nach drei Wochen ein Schalter klemmt?
Ein auffällig niedriger Stundensatz ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, wie viele Stunden ein Betrieb für eine Aufgabe braucht und ob am Ende eine geprüfte Anlage steht. Weitere Kriterien für die Auswahl haben wir im Ratgeber Handwerker finden: Worauf Sie achten sollten zusammengestellt.
Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen
Ein oft vergessener Spareffekt: Nach § 35a EStG können Sie 20 % der Arbeitskosten für Handwerkerleistungen in Ihrem Haushalt direkt von der Einkommensteuer abziehen – höchstens 1.200 Euro pro Jahr. Das entspricht begünstigten Arbeitskosten von bis zu 6.000 Euro jährlich. Der Abzug mindert die Steuerschuld selbst, nicht nur das zu versteuernde Einkommen.
Begünstigt sind Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Deshalb ist es sinnvoll, dass die Rechnung den Lohnanteil getrennt ausweist. Weitere Voraussetzungen aus der Praxis:
- Die Arbeiten finden in Ihrem Haushalt statt – in der selbst genutzten Wohnung oder im Haus, auch als Mieter.
- Sie zahlen unbar, also per Überweisung, nicht in bar.
- Neubaumaßnahmen sind nicht begünstigt; Modernisierung, Reparatur und Erweiterung im Bestand dagegen schon.
- Wird dieselbe Maßnahme bereits über ein Förderprogramm bezuschusst, ist der Steuerbonus dafür in der Regel ausgeschlossen.
Fazit
Die Kosten für einen Elektriker setzen sich aus Stundensatz, Anfahrt und Material zusammen – wer die Posten kennt, kann Angebote realistisch einschätzen. Rechnen Sie 2026 in NRW grob mit 60 bis 90 Euro netto pro Stunde, bündeln Sie Kleinaufträge und achten Sie darauf, dass Messung und Prüfprotokoll im Angebot stehen. Mit dem Steuerbonus nach § 35a EStG holen Sie sich zudem einen Teil der Arbeitskosten zurück.
Als Elektromeisterbetrieb seit 1994 in Velbert sind wir mit AJH-Elektro im gesamten Kreis Mettmann unterwegs – ob in Velbert, Heiligenhaus oder als Elektriker in Mettmann. Einen Überblick über unser Leistungsspektrum finden Sie unter Elektroinstallation. Ein verbindliches Angebot erstellen wir nach einem kurzen Vor-Ort-Termin.