Wer ein Gewerbe betreibt, Mitarbeiter beschäftigt oder Wohnraum vermietet, stößt früher oder später auf zwei Begriffe: E-Check und DGUV V3 Prüfung. Beide stehen für die wiederkehrende Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte – und beide sorgen regelmäßig für Unsicherheit: Was ist Pflicht, was ist Empfehlung, und was kostet das eigentlich? Hier die Einordnung aus der Praxis unseres Elektromeisterbetriebs AJH-Elektro in Velbert.
E-Check und DGUV V3 – was ist der Unterschied?
Die DGUV Vorschrift 3 (früher BGV A3) ist eine Unfallverhütungsvorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie verpflichtet Unternehmer, elektrische Anlagen und Betriebsmittel in ihrem Betrieb regelmäßig von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen. Grundlage sind die Normen DIN VDE 0105-100 (Anlagen) und DIN VDE 0701-0702 (Geräte).
Der E-Check ist dagegen eine Marke des deutschen Elektrohandwerks. Inhaltlich ist er dieselbe normgerechte Prüfung – mit Protokoll und Prüfplakette –, richtet sich aber vor allem an Privathaushalte und Vermieter, für die keine DGUV-Pflicht gilt. Vereinfacht: DGUV V3 ist die Pflichtprüfung im Gewerbe, der E-Check die freiwillige Prüfung im Wohnbereich. Technisch machen wir in beiden Fällen dasselbe.
Für wen ist die Prüfung Pflicht?
Gewerbe und Arbeitgeber
Sobald Sie Beschäftigte haben, gilt die DGUV Vorschrift 3 – unabhängig von der Betriebsgröße. Das betrifft die Arztpraxis genauso wie die Kfz-Werkstatt, das Ladenlokal, das Büro und die Gastronomie. Ergänzend fordert die Betriebssicherheitsverordnung, dass Arbeitsmittel sicher sind und geprüft werden. Ohne gültige Prüfung riskieren Sie im Schadensfall Ärger mit Berufsgenossenschaft und Versicherung – und im schlimmsten Fall persönliche Haftung.
Vermieter
Für Wohnungen gibt es keine ausdrückliche gesetzliche Prüfpflicht. Vermieter haben aber eine Verkehrssicherungspflicht: Die Elektroanlage muss sicher sein und bleiben. Kommt es zu einem Brand oder Unfall durch eine erkennbar veraltete Installation, stellt sich schnell die Frage, wann zuletzt geprüft wurde. Das Elektrohandwerk empfiehlt deshalb den E-Check alle vier Jahre sowie bei jedem Mieterwechsel. Für Gemeinschaftsanlagen in Mehrfamilienhäusern (Treppenhauslicht, Heizungsraum, Tiefgarage) gilt das umso mehr.
Privathaushalte
Im selbst genutzten Eigenheim ist der E-Check freiwillig. Sinnvoll ist er vor dem Kauf einer Bestandsimmobilie, nach Wasserschäden, vor einer größeren Sanierung und generell bei Anlagen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Einige Versicherer gewähren bei nachgewiesener Prüfung Vorteile bei der Wohngebäude- oder Hausratversicherung – fragen Sie nach.
Was wird geprüft?
Die Prüfung gliedert sich in Sichtprüfung, Messung und Funktionsprüfung – und zwar getrennt nach ortsfesten Anlagen und ortsveränderlichen Geräten.
Ortsfeste Anlage (Verteilung, Leitungen, Steckdosen, fest angeschlossene Verbraucher):
- Zustand von Zählerschrank, Unterverteilungen, Leitungsverlegung, Abdeckungen, Kennzeichnung
- Schutzleiterwiderstand und Durchgängigkeit des Potentialausgleichs
- Isolationswiderstand der Stromkreise
- Schleifenimpedanz und Abschaltbedingungen der Sicherungen
- Auslösestrom und Auslösezeit der Fehlerstromschutzschalter (RCD)
- Drehfeld, Spannung, Belastung, Temperaturauffälligkeiten
Ortsveränderliche Geräte (alles mit Stecker: Kaffeemaschine, Bohrmaschine, Monitor, Verlängerungskabel, Ladegeräte):
- Sichtprüfung von Gehäuse, Leitung, Stecker, Zugentlastung
- Schutzleiterwiderstand (Schutzklasse I)
- Isolationswiderstand und Ableitstrom
- Funktionstest
- Kennzeichnung mit Prüfplakette und Inventarnummer
Prüfintervalle: Richtwerte aus der DGUV Vorschrift 3
Die Fristen legt der Betreiber auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung fest. Die DGUV nennt dazu Richtwerte, die in der Praxis als Standard gelten:
| Prüfobjekt | Richtwert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Ortsveränderliche Geräte in Büros, Praxen, Verkauf | 12 Monate | verlängerbar auf 24 Monate, wenn die Fehlerquote unter 2 % liegt |
| Ortsveränderliche Geräte in Werkstätten, Küchen, Baustellen | 6 Monate | hohe Beanspruchung, raue Umgebung |
| Ortsfeste elektrische Anlagen | 4 Jahre | Räume und Anlagen besonderer Art teils jährlich |
| Fehlerstromschutzschalter (ortsfest) | 6 Monate | Funktionsprüfung mit Prüftaste, Messung bei der Anlagenprüfung |
| Fehlerstromschutzschalter auf Baustellen | arbeitstäglich / monatlich | je nach Gerätetyp |
| E-Check Wohnung / Einfamilienhaus | 4 Jahre (Empfehlung) | zusätzlich bei Mieterwechsel, Kauf, Sanierung |
So läuft die Prüfung ab
- Vorgespräch und Bestandsaufnahme: Wie viele Geräte, wie viele Stromkreise, welche Räume? Gibt es alte Protokolle und Schaltpläne? Daraus ergibt sich Aufwand und Termin.
- Terminplanung mit dem Betrieb: In Praxen und Büros prüfen wir gern außerhalb der Kernzeiten oder abschnittsweise, damit der Betrieb weiterläuft. Kurze Abschaltungen einzelner Stromkreise sind für die Messungen unvermeidbar – wir stimmen sie vorher ab.
- Prüfung vor Ort: Sichtprüfung, Messungen mit kalibriertem Prüfgerät, Funktionstest. Geräte erhalten eine Plakette mit Prüfdatum und nächster Fälligkeit.
- Protokoll und Mängelliste: Sie erhalten ein Prüfprotokoll je Anlage bzw. eine Geräteliste mit Messwerten, Prüfergebnis und gegebenenfalls Mängeln mit Dringlichkeit.
- Mängelbeseitigung: Kleine Dinge – defekte Steckdose, fehlender Berührungsschutz – erledigen wir oft direkt vor Ort. Größere Maßnahmen, etwa das Nachrüsten von RCDs oder die Erneuerung eines Zählerschranks, bieten wir separat an. Mehr dazu unter Elektro.
Kosten: eine ehrliche Einordnung
Konkrete Preise hängen stark von Geräteanzahl, Zugänglichkeit, Dokumentationslage und Anfahrt ab. Deshalb hier nur Größenordnungen als Erfahrungswerte – keine Angebote:
- Ortsveränderliche Geräte: Je Gerät bewegt sich der Aufwand meist im niedrigen einstelligen Eurobereich, bei sehr kleinen Stückzahlen greift eine Mindestpauschale. Entscheidend ist, wie schnell die Geräte zugänglich sind und ob eine Inventarliste existiert.
- Ortsfeste Anlage: Hier wird meist nach Stromkreisen bzw. nach Zeitaufwand abgerechnet. Ein durchschnittliches Ladenlokal oder eine Praxis mit ein bis zwei Verteilungen liegt typischerweise im mittleren dreistelligen Bereich, größere Objekte entsprechend darüber.
- E-Check Einfamilienhaus: Je nach Größe und Anzahl der Stromkreise ist mit einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Betrag zu rechnen – inklusive Protokoll und Plakette.
Günstiger wird es, wenn Anlagen- und Geräteprüfung zusammengelegt werden, Pläne vorliegen und die Prüfung wiederkehrend beim selben Betrieb stattfindet: Wir kennen dann die Anlage, haben die Daten aus dem letzten Protokoll und sparen Zeit bei der Aufnahme.
Typische Mängel, die wir finden
- Fehlender oder unzureichender Fehlerstromschutz (RCD) – in Altbauten in Essen, Wuppertal und dem Kreis Mettmann fast der Normalfall bei Anlagen vor 1985
- Beschädigte Verlängerungs- und Geräteleitungen, provisorische Reparaturen mit Isolierband
- Mehrfachsteckdosen in Reihe und überlastete Steckdosenleisten hinter Schreibtischen
- Fehlende Abdeckungen in Verteilungen, offene Klemmstellen, nicht beschriftete Sicherungen
- Zu hoher Schutzleiterwiderstand durch gealterte Klemmen oder abgebrochene Schutzkontakte
- Nicht fachgerechte Eigenbauten: nachträglich verlegte Leitungen ohne Schutzleiter, Steckdosen an Lichtstromkreisen
- Geräte mit Feuchtigkeits- oder Hitzeschäden in Küchen und Werkstätten
Die gute Nachricht: Die meisten Mängel sind mit überschaubarem Aufwand behoben. Wichtig ist, dass sie überhaupt gefunden werden – bevor die Versicherung oder die Berufsgenossenschaft danach fragt.
Fazit
Die DGUV V3 Prüfung ist für jeden Betrieb mit Beschäftigten Pflicht, der E-Check für Vermieter und Eigentümer eine günstige Absicherung gegen Haftungsrisiken und Brandgefahr. Der Aufwand ist planbar, die Kosten sind überschaubar – vorausgesetzt, die Prüfung wird von einer Elektrofachkraft mit sauberem Protokoll durchgeführt. AJH-Elektro aus Velbert prüft Anlagen und Geräte in Gewerbe, Praxis und Wohnbau im gesamten Kreis Mettmann, in Essen, Wuppertal und Düsseldorf – und kümmert sich bei Bedarf direkt um die Mängelbeseitigung. Weitere Informationen zum Elektro-Bereich im Verbund finden Sie unter Partner.